Drei Spalten für Lernziel, Inhalt und Methode in der Kursbeschreibung
Bild: Lernanbieter

Weiterbildungsanbieter

Teil von Kursgestaltung bewerten: Kriterien für Lernziele, Methoden und Material

Kursbeschreibung prüfen: Lernziel, Inhalt und Methode trennen

Kursbeschreibung prüfen: Lernziel, Inhalt und Methode trennen. Anleitung mit Beispieltabelle, Prüffragen und Schrittfolge für Personalentwickler.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Trennen Sie Lernziel, Inhalt und Methode in drei Spalten, sonst verschwimmen Absicht und Stoff.
  • Markieren Sie jede Aussage einzeln; ein Absatz kann mehrere Kategorien enthalten.
  • Ordnen Sie Methoden dem Lernziel zu, nicht dem Thema.
  • Notieren Sie fehlende Angaben als offenen Punkt und ergänzen Sie nichts.

Warum Lernziel und Inhalt getrennt notiert werden

Ein Lernziel beschreibt, was Teilnehmende nach dem Kurs können sollen. Ein Inhalt benennt den Stoff, der dafür behandelt wird. Beide Angaben stehen oft in einem Satz, meinen aber Verschiedenes.

Das BMAS ordnet berufliche Weiterbildung in den Kontext lebenslangen Lernens ein; für die Prüfung zählt, was der Anbieter nachweisbar zusagt. Berufliche Weiterbildung des BMAS

Wer beides in eine Zeile schreibt, kann später nicht prüfen, ob der Stoff zum Ziel passt. Zwei Spalten genügen: Ziel links, Inhalt rechts, je Abschnitt neu. Die Trennung ist kein Selbstzweck. Sie macht sichtbar, ob der Anbieter den Stoff auf ein Ergebnis ausrichtet oder nur Themen auflistet.

Ziele und Inhalte aus den Unterlagen ziehen

Arbeiten Sie die Beschreibung satzweise durch. Formulierungen wie "Sie können nach dem Kurs" gehören in die Zielspalte. Aufzählungen von Themen, Software oder Kapiteln gehören in die Inhaltsspalte. Angaben wie "praxisnah" bleiben offen, bis ein messbares Ziel daneben steht.

Gehen Sie in vier Schritten vor:

  1. Lesen Sie die Kursbeschreibung vollständig, ohne zu markieren.
  2. Unterstreichen Sie jede Aussage, die ein Können, einen Stoff oder eine Arbeitsform nennt.
  3. Übertragen Sie die Aussagen in die Spalten Lernziel, Inhalt und Methode.
  4. Sammeln Sie alle nicht zuordenbaren Angaben als offene Punkte.

Beispiel für eine Lesefund-Liste an einem hypothetischen Ausschnitt:

Aussage in der Beschreibung Markierung Eintrag
"Sie können Angebote sicher kalkulieren" Lernziel Können benannt, Maßstab fehlt
"Deckungsbeitrag, Fixkosten" Inhalt Stoff benannt, Umfang offen
"Wir arbeiten in Kleingruppen" Methode Arbeitsform, Zielbezug fehlt
"Abschluss: Zertifikat" Offener Punkt Geltungsbereich und Stelle ungeklärt

Die Zeile "Abschluss" bleibt bewusst offen. Fragen Sie vor Beginn nach den rechtlichen Grundlagen, dem Geltungsbereich in Regionen und Bundesländern sowie der zuständigen Stelle. Das Berufsbildungsgesetz regelt die berufliche Bildung und die Zuständigkeiten.

Methoden, Medien und Abschluss einordnen

Methoden ordnen Sie dem Ziel zu, nicht dem Thema. Typische Formen sind selbstgesteuertes Lernen, Projektarbeit, Vorträge, Rollenspiele und Planspiele, Praktika und Exkursionen sowie E-Learning und Blended Learning.

Steht in der Beschreibung nur "interaktiv", bleibt das eine Methode ohne Zuordnung. Notieren Sie, welches Ziel sie tragen soll. Fernlehrgänge verlangen oft einen Internetzugang und Basiskompetenzen am PC; das gehört als Voraussetzung in die Liste, nicht in die Inhaltsspalte. Blended Learning kombiniert Präsenz und Onlinephasen; klären Sie, welcher Anteil online stattfindet.

Den Abschluss erfassen Sie mit seinem tatsächlichen Geltungsbereich. Trägereigene Bescheinigung, kammerbezogene Prüfung und bundesweit geregelter Abschluss sind drei verschiedene Dinge. Die DIHK-Bildungs-gGmbH bündelt Bildungsangebote der IHKs; bei kammerbezogenen Abschlüssen prüfen Sie die zuständige Stelle gesondert.

Prüffragen für die drei Kategorien

Diese fünf Fragen stellen Sie an jede Aussage:

  • Lernziel: Welches Können ist nach dem Kurs messbar?
  • Inhalt: Welcher Stoff ist für dieses Können erforderlich?
  • Methode: Welche Arbeitsform trägt genau dieses Ziel?
  • Abschluss: Welche Stelle prüft und welchen Geltungsbereich hat das Zertifikat?
  • Voraussetzungen: Welche Vorkenntnisse und Materialien sind nötig?

Nicht beantwortete Leitfragen als offene Punkte festhalten

Vergeben Sie nur die vier Markierungen Lernziel, Inhalt, Methode und offener Punkt. Ergänzen Sie nichts aus dem Gedächtnis oder aus einer anderen Kursbeschreibung. Aus allen offenen Punkten entsteht eine kurze Fragenliste für den Anbieter. Dokumentieren Sie Datum und Fundstelle, damit eine spätere Nachfrage nachvollziehbar bleibt.

Drei Beispiele: Welche zuständige Stelle prüft? Welche Vorkenntnisse werden erwartet? Welche Materialien sind selbst zu beschaffen?

Die Liste ist Ihr Ergebnis, nicht die Bewertung des Anbieters. Sie zeigt nur, welche Angaben in den vorliegenden Unterlagen fehlen. Ob das Angebot zu Ihnen passt, entscheiden Sie danach.

Häufige Fragen

Reicht eine Markierung für den ganzen Absatz?

Nein. Vergeben Sie die Markierung je Aussage, damit Ziel und Stoff sichtbar getrennt bleiben.

Wie viele offene Punkte sind normal?

Dazu gibt es keine belegte Zahl. Entscheidend ist, dass jeder Punkt als Frage an den Anbieter weitergeht.

Darf ich fehlende Angaben selbst ergänzen?

Nein. Fehlende Angaben bleiben offen. Sonst prüfen Sie später Ihre eigene Annahme statt der Beschreibung.

Muss jede Methode einem Lernziel zugeordnet werden?

Ja, sonst bleibt unklar, welchen Zweck die Arbeitsform im Kurs erfüllt. Ist kein Ziel erkennbar, notieren Sie einen offenen Punkt.

Mehr aus Weiterbildungsanbieter