Weiterbildungsanbieter
Teil von Kursgestaltung bewerten: Kriterien für Lernziele, Methoden und Material
Anbieternachweise einordnen: Qualitätssicherung und Fernlehrgangszulassung
Anbieternachweise einordnen: Qualitätssicherung und Fernlehrgangszulassung, Zuständigkeiten von ZFU, BIBB und Ländern, Prüfschema für Zertifikate und Zulassungen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Zu trennen sind Zulassungen nach FernUSG oder AZAV, Zertifikate zum Managementsystem und trägereigene Bescheinigungen.
- ILS in Hamburg und SGD in Darmstadt lassen Fernlehrgänge bei der ZFU zulassen. Die Zulassungsnummer gehört in jede Angebotsprüfung.
- Für Bildungsgutscheine der Bundesagentur für Arbeit braucht der Träger eine AZAV-Zulassung, erteilt von fachkundigen Stellen wie CertQua oder der DEKRA Certification GmbH.
- Fachwirtprüfungen und Industriemeisterprüfungen führt die zuständige Kammer nach dem BBiG durch, nicht der Lehrgangsanbieter.
- Ein ISO 9001-Zertifikat von TÜV SÜD oder DQS bescheinigt ein Managementsystem, nicht die Qualität eines Seminars.
Zulassungen nach FernUSG und AZAV
Fernlehrgänge dürfen erst nach Zulassung vertrieben werden. Grundlage ist das Fernunterrichtsschutzgesetz (FernUSG). Zuständig ist die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) in Köln, eine gemeinsame Einrichtung der Länder. Sie prüft Vertragstext, Widerrufsrecht und Werbung.
Bei berufsbildenden Lehrgängen wirkt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn an der fachlichen und didaktischen Prüfung mit. Verlangen Sie den Bescheid und vergleichen Sie Zulassungsnummer, Lehrgangsbezeichnung, Umfang und Datum mit der Werbung. Weicht der beworbene Inhalt ab, ist die Zulassung für diese Fassung nicht belegt.
Zwei Beispiele aus dem Markt: ILS und SGD lassen ihre Lehrgänge bei der ZFU zulassen. Die Zulassungsnummer steht in der Lehrgangsbeschreibung. Die ZFU veröffentlicht eine Übersicht der zugelassenen Lehrgänge, über die sich die Angabe prüfen lässt.
Anders liegt es bei Maßnahmen, die die Bundesagentur für Arbeit oder ein Jobcenter mit Bildungsgutschein fördert. Hier greift die Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV). Die Zulassung erteilt eine fachkundige Stelle, etwa CertQua oder die DEKRA Certification GmbH. Fragen Sie nach Nummer, Geltungsbereich und Laufzeit.
Schulische Bildungsgänge und die Erwachsenenbildung regeln die Länder. Ein Abschluss nach Landesschulrecht fällt nicht unter das FernUSG. Auch die FernUniversität in Hagen vergibt als staatliche Hochschule Abschlüsse nach dem Hochschulrecht Nordrhein-Westfalens.
Geregelte Prüfungen und trägereigene Zertifikate
Fortbildungsprüfungen der beruflichen Bildung beruhen auf dem Berufsbildungsgesetz. Geprüfte Fachwirte und Industriemeister prüfen die zuständigen Stellen, also Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern. Der Anbieter bereitet vor, die Kammer prüft und erkennt an. Klären Sie, welche Stelle den Abschluss trägt.
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales ordnet den Rechtsrahmen und die Förderwege im Überblick zur beruflichen Weiterbildung.
Trägereigene Zertifikate belegen die Teilnahme an einem Angebot. Eine Anerkennung nach Kammerrecht oder Schulrecht sagen sie nicht zu. Diese Grenze gehört offen in die Ausschreibung.
Qualitätssicherungssysteme prüfen
Verbreitet sind ISO 9001 nach DIN EN ISO 9000 ff. und das Modell LQW der artSet Qualitätstestierung GmbH. ISO-Zertifikate stellen Zertifizierungsstellen wie TÜV SÜD oder DQS aus. Geprüft wird das Managementsystem des Anbieters, nicht ein einzelner Kurs.
Achten Sie auf Norm, Geltungsbereich, Prüfzeitraum und Aussteller. Ein Zertifikat für einen Standort sagt nichts über einen Kurs zu einem anderen Thema. Selbstauskünfte zu Erfolgsquoten und Verbleib bleiben Eigenwerbung. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht Daten zur beruflichen Bildung und zur Weiterbildungsbeteiligung, die den Markt beschreiben und nicht den einzelnen Anbieter.
Nachweisblatt je Anbieter
| Nachweis | Beispiel | Herkunft der Angabe |
|---|---|---|
| Zulassung Fernlehrgang | ZFU-Bescheid mit Zulassungsnummer | Anbieter, ZFU |
| Zulassung Arbeitsförderung | AZAV-Zulassung mit Nummer und Laufzeit | Anbieter, fachkundige Stelle |
| Systemzertifikat | ISO 9001 von TÜV SÜD oder DEKRA | Anbieter, Zertifizierungsstelle |
| Geregelter Abschluss | Fachwirtprüfung vor der IHK | Kammer, Prüfungsordnung |
| Selbstauskunft | Erfolgsquote, Verbleib, Zufriedenheit | Anbieter |
Häufige Fragen
Welche Zulassung braucht ein Fernlehrgang?
Eine Zulassung der ZFU nach dem FernUSG. Verlangen Sie den Bescheid und vergleichen Sie Nummer, Bezeichnung und Umfang mit dem beworbenen Lehrgang.
Was belegt ein ISO 9001-Zertifikat?
Ein geprüftes Managementsystem im angegebenen Geltungsbereich. Ob ein bestimmter Kurs zu Ihrem Bedarf passt, belegt es nicht.
Woran erkenne ich eine AZAV-Zulassung?
An der Zulassung einer fachkundigen Stelle mit Nummer, Geltungsbereich und Laufzeit. Ohne sie ist eine Förderung über Bildungsgutschein nicht möglich.
Wer prüft berufsbildende Fernlehrgänge?
Die Zulassung erteilt die ZFU. Das BIBB wirkt bei berufsbildenden Lehrgängen an der fachlichen und didaktischen Prüfung mit.
Ersetzt ein trägereigenes Zertifikat einen Kammerabschluss?
Nein. Kammerabschlüsse beruhen auf Prüfungsordnungen nach dem BBiG, trägereigene Zertifikate auf den Regeln des Anbieters.