Foto zum Beitrag Kursgestaltung im Vergleich: Präsenz, Online und Blended Learning
Foto von claude_star auf Pixabay

Weiterbildungsanbieter

Teil von Kursgestaltung bewerten: Kriterien für Lernziele, Methoden und Material

Kursgestaltung im Vergleich: Präsenz, Online und Blended Learning

Kursgestaltung im Vergleich: Präsenz, Online und Blended Learning mit Lernwirkung, Kosten, Zeitaufwand und Zielgruppen, dazu Plattformen und Beispielrechnung

Das Wichtigste auf einen Blick

  • LernwirkungPräsenz trägt bei praktischen Fertigkeiten, Online bei Wissensvermittlung, Blended Learning bei Programmen mit Anwendungsphasen.
  • KostenOnline senkt Reise- und Raumkosten, Präsenz verursacht sie, Blended Learning liegt dazwischen.
  • ZeitaufwandOnline verlagert Arbeit in die Konzeption, Präsenz in Reise- und Durchführungszeit.
  • Werkzeuge: Moodle und ILIAS für Plattformen, Articulate Storyline und Adobe Captivate für Module, Zoom und Microsoft Teams für Live-Termine.
  • AnbieterHaufe Akademie, TÜV SÜD Akademie, DEKRA Akademie und IHK-Bildungszentren decken unterschiedliche Profile ab.

Lernwirkung: Wo welches Format trägt

Präsenzformate erlauben unmittelbare Rückmeldung und Übung an Geräten. Die DGUV bündelt Qualifizierungsangebote für Betriebe, vom Arbeitsschutz bis zur Ausbildung von Fahrern von Flurförderzeugen. Beobachtung: Die Lernwirkung ist hoch, wenn die Zeit vor Ort für Übung und Aussprache genutzt wird.

Lernwirkung nach Format

Präsenz

Stärke
praktische Übung
Rückmeldung
unmittelbar
Risiko
reiner Vortrag
Voraussetzung
Zeit vor Ort

Online

Stärke
Wissensvermittlung
Rückmeldung
asynchron begrenzt
Risiko
sinkende Abschlussquote
Voraussetzung
Selbststeuerung

Blended Learning

Stärke
Anwendung und Reflexion
Rückmeldung
in Begleitterminen
Risiko
Vortrag in Präsenzzeit
Voraussetzung
klare Aufteilung

Online-Formate vermitteln Wissen ortsunabhängig. Eine Sitzung erreicht viele Standorte gleichzeitig. Bewertung: Ohne feste Termine, Rückfragen und Aufgaben sinkt die Abschlussquote. Asynchrones Lernen verlangt Selbststeuerung, die nicht jede Zielgruppe mitbringt.

Blended Learning kombiniert Selbstlernphasen mit Präsenz- oder Live-Online-Terminen. Die Wirkung hängt an der Aufteilung: Selbstlernen für Inhalte, Begleittermine für Anwendung und Reflexion. Wird die Präsenzzeit nur für Vorträge genutzt, bleibt der Vorteil aus. Den rechtlichen Rahmen führt das BMAS unter Regelungen zur Aus- und Weiterbildung zusammen.

Werkzeuge und Anbieter: Was wofür genutzt wird

Werkzeuge und Anbieter

Beispiele

Lernplattform, Open Source
Moodle, ILIAS
Lernplattform, Cloud
Cornerstone OnDemand, Docebo, SAP SuccessFactors Learning
Autorentool
Articulate Storyline 360, Adobe Captivate
Live-Online
Zoom, Microsoft Teams, Cisco Webex
Seminaranbieter
Haufe Akademie, TÜV SÜD Akademie, DEKRA Akademie, IHK-Bildungszentren

Typischer Einsatz

Lernplattform, Open Source
Betriebe und Hochschulen, die Kurse selbst hosten
Lernplattform, Cloud
Konzerne mit Pflichtunterweisungen und Nachweisen
Autorentool
Selbstlernmodule mit Tests und Interaktionen
Live-Online
Webinare und virtuelle Klassenzimmer
Seminaranbieter
Präsenz, Online und gemischte Programme

Für reine Wissensvermittlung führen viele Wege zu Videokursen von LinkedIn Learning, Udemy Business oder Coursera for Business. Bewertung: Solche Kataloge sind schnell verfügbar, aber selten auf betriebliche Abläufe zugeschnitten. Wer Nachweise und Prüfungen braucht, kommt an einer eigenen Plattform wie Moodle oder ILIAS kaum vorbei. Volkshochschulen bündeln ihre Online-Angebote in der vhs.cloud.

Kosten und Zeitaufwand: Annahmen für zwanzig und zwölf Personen

Die folgende Rechnung ist eine Annahme, keine Marktpreiserhebung. Sie zeigt, wie sich die Formate unterscheiden.

Kosten und Zeitaufwand

  • 2.150EuroPräsenz
  • 900Online
  • 400Blended Learning

Für zwölf Personen ergeben sich höhere Kosten je Teilnehmenden. Präsenz: 2.150 Euro geteilt durch zwölf ergibt 179,17 Euro. Online: 1.000 Euro geteilt durch zwölf ergibt 83,33 Euro. Blended Learning: 2.950 Euro geteilt durch zwölf ergibt 245,83 Euro.

Als Quelle für typische Honorare dienen die öffentlich einsehbaren Preislisten der genannten Seminaranbieter; die Tagessätze schwanken je nach Thema, Dauer und Ort. Die Lizenzkosten für Moodle und ILIAS liegen bei null Euro. Bei Cloud-Diensten richten sich die Preise nach Nutzerzahl und Vertragslaufzeit; Docebo und LearnUpon nennen sie oft nur auf Anfrage.

Beobachtung: Die Rechnung kippt, sobald Konzeptionszeit eingerechnet wird. Online-Kurse verlangen mehr Vorarbeit für Skripte, Videos und Aufgaben. Präsenz verlangt mehr Zeit für Reisen und Raumlogistik. Bewertung: Ein Kostenvergleich ohne Personalkosten der Konzeption ist unvollständig.

Zielgruppen und Formateignung

Präsenz passt zu praktischen Einweisungen, Prüfungen und Kleingruppen an einem Standort. Die Bundesagentur für Arbeit ordnet Personalentwicklung den Aufgaben zu, die Qualifizierung und Personaleinsatz verbinden.

Online passt zu verteilten Teams, großen Gruppen und Themen, die sich in Text, Video und Test abbilden lassen.

Blended Learning passt zu Programmen über mehrere Wochen, zum Onboarding und zur Führungskräfteentwicklung. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht regelmäßig Erhebungen zur beruflichen Bildung und zur Teilnahme an Weiterbildung.

Für die Auswahl zählt die Zielgruppe mehr als der Preis. Wer wenig Erfahrung mit selbstgesteuertem Lernen hat, braucht enge Begleitung.

Checkliste für die Formatwahl

  • Sind praktische Fertigkeiten oder Prüfungen Teil des Lernziels?
  • Sitzen die Teilnehmenden an mehreren Standorten?
  • Wie viel Konzeptionszeit steht vor dem Start zur Verfügung?
  • Wer begleitet die Selbstlernphasen fachlich, und stehen Prüfungsnachweise in einem Lernmanagementsystem an?
  • Sind Nachweispflichten und Prüfungsordnungen vor dem Start geklärt?

Häufige Fragen

Wie viele Präsenztage braucht ein Blended-Learning-Programm?

Eine feste Zahl gibt es nicht. Als Orientierung gilt ein Präsenztag je vier bis sechs Wochen Selbstlernphase, damit Rückfragen gebündelt werden.

Für welche Themen ist reines Online-Lernen ungeeignet?

Für praktische Fertigkeiten an Geräten, für Unterweisungen mit Anwesenheitspflicht und für Trainings, die körperliche Übung brauchen. Hier bleibt Präsenz die tragende Form.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es für die Kursgestaltung?

Betriebe können Weiterbildungskosten unter Bedingungen erstattet bekommen. Bildungsgutscheine nach § 81 SGB III und das Qualifizierungschancengesetz kommen infrage. Der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme vorliegen. Verbindliche Auskünfte geben die örtlichen Agenturen für Arbeit.

Welche Plattform eignet sich für den Einstieg?

Moodle und ILIAS sind kostenlos installierbar, verlangen aber Betrieb und Wartung. Cloud-Dienste wie Docebo oder LearnUpon verlagern den Betrieb zum Anbieter. Die Entscheidung hängt an IT-Ressourcen und Nachweispflichten.

Mehr aus Weiterbildungsanbieter