
Weiterbildungsanbieter
Teil von Kursgestaltung bewerten: Kriterien für Lernziele, Methoden und Material
Kursgestaltung im Vergleich: Präsenz, Online und Blended Learning
Kursgestaltung im Vergleich: Präsenz, Online und Blended Learning mit Lernwirkung, Kosten, Zeitaufwand und Zielgruppen, dazu Plattformen und Beispielrechnung
Das Wichtigste auf einen Blick
- LernwirkungPräsenz trägt bei praktischen Fertigkeiten, Online bei Wissensvermittlung, Blended Learning bei Programmen mit Anwendungsphasen.
- KostenOnline senkt Reise- und Raumkosten, Präsenz verursacht sie, Blended Learning liegt dazwischen.
- ZeitaufwandOnline verlagert Arbeit in die Konzeption, Präsenz in Reise- und Durchführungszeit.
- Werkzeuge: Moodle und ILIAS für Plattformen, Articulate Storyline und Adobe Captivate für Module, Zoom und Microsoft Teams für Live-Termine.
- AnbieterHaufe Akademie, TÜV SÜD Akademie, DEKRA Akademie und IHK-Bildungszentren decken unterschiedliche Profile ab.
Lernwirkung: Wo welches Format trägt
Präsenzformate erlauben unmittelbare Rückmeldung und Übung an Geräten. Die DGUV bündelt Qualifizierungsangebote für Betriebe, vom Arbeitsschutz bis zur Ausbildung von Fahrern von Flurförderzeugen. Beobachtung: Die Lernwirkung ist hoch, wenn die Zeit vor Ort für Übung und Aussprache genutzt wird.
Lernwirkung nach Format
Präsenz
- Stärke
- praktische Übung
- Rückmeldung
- unmittelbar
- Risiko
- reiner Vortrag
- Voraussetzung
- Zeit vor Ort
Online
- Stärke
- Wissensvermittlung
- Rückmeldung
- asynchron begrenzt
- Risiko
- sinkende Abschlussquote
- Voraussetzung
- Selbststeuerung
Blended Learning
- Stärke
- Anwendung und Reflexion
- Rückmeldung
- in Begleitterminen
- Risiko
- Vortrag in Präsenzzeit
- Voraussetzung
- klare Aufteilung
Online-Formate vermitteln Wissen ortsunabhängig. Eine Sitzung erreicht viele Standorte gleichzeitig. Bewertung: Ohne feste Termine, Rückfragen und Aufgaben sinkt die Abschlussquote. Asynchrones Lernen verlangt Selbststeuerung, die nicht jede Zielgruppe mitbringt.
Blended Learning kombiniert Selbstlernphasen mit Präsenz- oder Live-Online-Terminen. Die Wirkung hängt an der Aufteilung: Selbstlernen für Inhalte, Begleittermine für Anwendung und Reflexion. Wird die Präsenzzeit nur für Vorträge genutzt, bleibt der Vorteil aus. Den rechtlichen Rahmen führt das BMAS unter Regelungen zur Aus- und Weiterbildung zusammen.
Werkzeuge und Anbieter: Was wofür genutzt wird
Werkzeuge und Anbieter
Beispiele
- Lernplattform, Open Source
- Moodle, ILIAS
- Lernplattform, Cloud
- Cornerstone OnDemand, Docebo, SAP SuccessFactors Learning
- Autorentool
- Articulate Storyline 360, Adobe Captivate
- Live-Online
- Zoom, Microsoft Teams, Cisco Webex
- Seminaranbieter
- Haufe Akademie, TÜV SÜD Akademie, DEKRA Akademie, IHK-Bildungszentren
Typischer Einsatz
- Lernplattform, Open Source
- Betriebe und Hochschulen, die Kurse selbst hosten
- Lernplattform, Cloud
- Konzerne mit Pflichtunterweisungen und Nachweisen
- Autorentool
- Selbstlernmodule mit Tests und Interaktionen
- Live-Online
- Webinare und virtuelle Klassenzimmer
- Seminaranbieter
- Präsenz, Online und gemischte Programme
Für reine Wissensvermittlung führen viele Wege zu Videokursen von LinkedIn Learning, Udemy Business oder Coursera for Business. Bewertung: Solche Kataloge sind schnell verfügbar, aber selten auf betriebliche Abläufe zugeschnitten. Wer Nachweise und Prüfungen braucht, kommt an einer eigenen Plattform wie Moodle oder ILIAS kaum vorbei. Volkshochschulen bündeln ihre Online-Angebote in der vhs.cloud.
Kosten und Zeitaufwand: Annahmen für zwanzig und zwölf Personen
Die folgende Rechnung ist eine Annahme, keine Marktpreiserhebung. Sie zeigt, wie sich die Formate unterscheiden.
Kosten und Zeitaufwand
- 2.150EuroPräsenz
- 900Online
- 400Blended Learning
Für zwölf Personen ergeben sich höhere Kosten je Teilnehmenden. Präsenz: 2.150 Euro geteilt durch zwölf ergibt 179,17 Euro. Online: 1.000 Euro geteilt durch zwölf ergibt 83,33 Euro. Blended Learning: 2.950 Euro geteilt durch zwölf ergibt 245,83 Euro.
Als Quelle für typische Honorare dienen die öffentlich einsehbaren Preislisten der genannten Seminaranbieter; die Tagessätze schwanken je nach Thema, Dauer und Ort. Die Lizenzkosten für Moodle und ILIAS liegen bei null Euro. Bei Cloud-Diensten richten sich die Preise nach Nutzerzahl und Vertragslaufzeit; Docebo und LearnUpon nennen sie oft nur auf Anfrage.
Beobachtung: Die Rechnung kippt, sobald Konzeptionszeit eingerechnet wird. Online-Kurse verlangen mehr Vorarbeit für Skripte, Videos und Aufgaben. Präsenz verlangt mehr Zeit für Reisen und Raumlogistik. Bewertung: Ein Kostenvergleich ohne Personalkosten der Konzeption ist unvollständig.
Zielgruppen und Formateignung
Präsenz passt zu praktischen Einweisungen, Prüfungen und Kleingruppen an einem Standort. Die Bundesagentur für Arbeit ordnet Personalentwicklung den Aufgaben zu, die Qualifizierung und Personaleinsatz verbinden.
Online passt zu verteilten Teams, großen Gruppen und Themen, die sich in Text, Video und Test abbilden lassen.
Blended Learning passt zu Programmen über mehrere Wochen, zum Onboarding und zur Führungskräfteentwicklung. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht regelmäßig Erhebungen zur beruflichen Bildung und zur Teilnahme an Weiterbildung.
Für die Auswahl zählt die Zielgruppe mehr als der Preis. Wer wenig Erfahrung mit selbstgesteuertem Lernen hat, braucht enge Begleitung.
Checkliste für die Formatwahl
- Sind praktische Fertigkeiten oder Prüfungen Teil des Lernziels?
- Sitzen die Teilnehmenden an mehreren Standorten?
- Wie viel Konzeptionszeit steht vor dem Start zur Verfügung?
- Wer begleitet die Selbstlernphasen fachlich, und stehen Prüfungsnachweise in einem Lernmanagementsystem an?
- Sind Nachweispflichten und Prüfungsordnungen vor dem Start geklärt?
Häufige Fragen
Wie viele Präsenztage braucht ein Blended-Learning-Programm?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Als Orientierung gilt ein Präsenztag je vier bis sechs Wochen Selbstlernphase, damit Rückfragen gebündelt werden.
Für welche Themen ist reines Online-Lernen ungeeignet?
Für praktische Fertigkeiten an Geräten, für Unterweisungen mit Anwesenheitspflicht und für Trainings, die körperliche Übung brauchen. Hier bleibt Präsenz die tragende Form.
Welche Fördermöglichkeiten gibt es für die Kursgestaltung?
Betriebe können Weiterbildungskosten unter Bedingungen erstattet bekommen. Bildungsgutscheine nach § 81 SGB III und das Qualifizierungschancengesetz kommen infrage. Der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme vorliegen. Verbindliche Auskünfte geben die örtlichen Agenturen für Arbeit.
Welche Plattform eignet sich für den Einstieg?
Moodle und ILIAS sind kostenlos installierbar, verlangen aber Betrieb und Wartung. Cloud-Dienste wie Docebo oder LearnUpon verlagern den Betrieb zum Anbieter. Die Entscheidung hängt an IT-Ressourcen und Nachweispflichten.



