Weiterbildungsanbieter

Teil von Kursgestaltung bewerten: Kriterien für Lernziele, Methoden und Material

Worin unterscheiden sich Kurse bei Dauer, Zeitmodell und Material?

Kurse unterscheiden sich bei Dauer, Zeitmodell und Material: IHK-Fortbildung, Umschulung, Fernlehrgang und Firmenseminar im Vergleich mit Kriterien für die Auswahl.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Kursfamilie bestimmt das Zeitmodell: Aufstiegsfortbildungen laufen meist berufsbegleitend, Umschulungen mit Bildungsgutschein in Vollzeit.
  • Vergleichen lässt sich Dauer nur in Unterrichtsstunden, nicht in Monaten.
  • Material und Prüfungsgebühren sind je nach Anbieter im Entgelt enthalten oder selbst zu zahlen.
  • Zuschüsse der Bundesagentur für Arbeit richten sich unter anderem nach der Betriebsgröße.
  • Ein Fernstudium an der FernUniversität in Hagen hat ein anderes Zeitmodell als ein Präsenzseminar bei TÜV oder Haufe Akademie.

Kursfamilien und ihre Zeitmodelle

In Deutschland sind mehrere Kursfamilien verbreitet. Sie unterscheiden sich weniger im Thema als im Zeitmodell und in der Trägerschaft.

Aufstiegsfortbildungen führen zu einem Fortbildungsabschluss wie Geprüfter Fachwirt oder Industriemeister. Sie laufen bei IHK-Bildungszentren und Handwerkskammern meist berufsbegleitend an Abenden, am Wochenende oder in Blockwochen. Die DIHK-Bildungs-gGmbH bündelt als Gesellschaft des DIHK die Weiterbildungsaufgaben der IHK-Organisation DIHK-Bildungs-gGmbH.

Umschulungen bereiten auf eine neue Tätigkeit vor und laufen bei zugelassenen Bildungsträgern meist in Vollzeit. Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter finanziert sie über einen Bildungsgutschein, wenn eine Weiterbildung für die berufliche Eingliederung nötig ist.

Fernlehrgänge von Anbietern wie SGD, ILS oder der Hamburger Akademie teilen den Stoff in Studienhefte und Einsendeaufgaben. Fernlehrgänge außerhalb von Schule und Hochschule brauchen eine Zulassung der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht in Köln.

Online-Studiengänge der FernUniversität in Hagen oder der IU Internationalen Hochschule verbinden Selbststudium mit Online-Veranstaltungen. Firmenseminare bei Anbietern wie TÜV, DEKRA oder Haufe Akademie dauern dagegen meist wenige Tage.

Dauer: Unterrichtsstunden sind die Vergleichseinheit

Die Dauer steht mal in Unterrichtsstunden, mal in Wochen, Monaten oder Jahren. Ohne Umrechnung lassen sich zwei Angebote nicht nebeneinander legen. Notieren Sie deshalb immer zwei Werte: die Kalenderdauer und die Zahl der Unterrichtsstunden.

Rechnen Sie die Dauer je Modul aus und addieren Sie anschließend. So erkennen Sie, ob Praktikum, Prüfungsvorbereitung und Selbstlernphasen in der Gesamtangabe stecken. Bei Umschulungen mit Bildungsgutschein gehören diese Phasen meist zur bewilligten Dauer.

Fragen Sie außerdem, ob Fehlzeiten die Zulassung zur Prüfung gefährden. Das Berufsbildungsgesetz rechnet Fortbildung und Umschulung zur Berufsbildung und setzt den Rahmen für Lehrgänge mit Prüfung Berufsbildungsgesetz. Bei Kursen mit IHK-Prüfung meldet der Bildungsträger die Teilnehmenden an, und die Prüfungsordnung der Kammer regelt die Zulassung.

Zeitmodell: Wer gibt den Takt vor?

In Vollzeitkursen bestimmt der Anbieter den Tagesablauf. Berufsbegleitende Kurse laufen abends, am Wochenende oder in Blockwochen, Fernlehre verlegt die Zeiteinteilung zu Ihnen.

Blockwochen bündeln den Stoff in mehreren Abschnitten, zwischen denen Pausen liegen. Wer im Schichtbetrieb arbeitet, prüft, ob diese Blöcke planbar sind, und fragt nach einem Wechsel zwischen Vollzeit und Teilzeit.

Feste Termine erleichtern die Disziplin, freie Einteilung passt besser zu Schichtdienst und Familie. Klären Sie, welche Präsenztermine verpflichtend sind und wie versäumte Einheiten nachgeholt werden. Reine Online-Kurse verlangen eine stabile Verbindung und ein ruhiges Arbeitsumfeld.

Material: Skript, Software, Literatur, Prüfungsgebühr

Beim Material trennen Sie drei Positionen: gestellte Arbeitsmittel, selbst anzuschaffende Literatur und Hilfsmittel wie Software. Fragen Sie für jede Position, wer sie stellt und wer sie bezahlt.

Fernlehrgänge liefern Studienhefte, oft zusätzlich Online-Zugänge. Klären Sie, ob der Zugang nach dem Kursende bestehen bleibt und ob Prüfungsgebühren im Entgelt enthalten sind. Die Bundesagentur für Arbeit beschreibt Zuschüsse zu Lehrgangskosten für Beschäftigte, deren Höhe sich unter anderem nach der Betriebsgröße richtet Förderung von Weiterbildung für Unternehmen.

Prüfungsgebühren rechnen die Kammern getrennt ab. Fachliteratur und Softwarelizenzen zahlen Teilnehmende häufig selbst, sofern der Betrieb sie nicht übernimmt.

Beispielrechnung mit frei gewählten Werten

Ein Vollzeitlehrgang nennt in diesem Beispiel 240 Unterrichtsstunden in acht Wochen und keine Fahrzeiten. Ein berufsbegleitender Lehrgang nennt neun Monate mit sechs Präsenzstunden pro Woche, also rund 230 Unterrichtsstunden, plus Anfahrt an zwei Abenden. Die Werte sind frei gewählt und beziehen sich auf keinen realen Anbieter. Die Stundenzahl ist ähnlich, die Bindung an feste Termine unterscheidet sich deutlich.

Vergleichstabelle für drei Kursarten

Die Tabelle ordnet typische Merkmale. Konkrete Zeiten, Entgelte und Materiallisten bestätigen Sie je Anbieter schriftlich.

Kriterium IHK-Aufstiegsfortbildung Umschulung mit Bildungsgutschein Fernlehrgang
Dauerangabe Unterrichtsstunden je Fach, Monate berufsbegleitend Monate in Vollzeit, Praktikum enthalten Vertragslaufzeit, Bearbeitungszeit je Studienheft
Zeitmodell Abende, Wochenenden, Blockwochen werktags beim Bildungsträger freie Einteilung, Einsendeaufgaben
Material Skripte des Bildungszentrums, Fachliteratur häufig selbst Lernmittel meist gestellt Studienhefte und Online-Zugang, Prüfungsgebühr häufig extra

Häufige Fragen

Wie vergleiche ich Kurse mit unterschiedlich angegebener Dauer?

Rechnen Sie beide Angaben in dieselbe Einheit um und halten Sie den Rechenweg fest. Fehlt die Stundenzahl, fragen Sie beim Anbieter nach.

Was gehört zum Material und wer zahlt es?

Skripte, Software, Fachliteratur und Prüfungsgebühren. Lassen Sie sich die Liste schriftlich geben und markieren Sie, welche Position der Betrieb übernimmt.

Welche Angaben fehlen in vielen Angeboten?

Dauer in Unterrichtsstunden, Betreuungszeiten und die Liste der gestellten Materialien. Fordern Sie diese Punkte per E-Mail an und bewahren Sie die Antwort auf.

Sind Präsenztermine verpflichtend?

Das legt der Anbieter fest. Klären Sie vor der Anmeldung, welcher Anteil Präsenz ist und welche Fehlzeiten die Prüfungsordnung zulässt.

Mehr aus Weiterbildungsanbieter

Weiterbildungsanbieter

Kursgestaltung im Vergleich: Präsenz, Online und Blended Learning

Kursgestaltung im Vergleich: Präsenz, Online und Blended Learning mit Lernwirkung, Kosten, Zeitaufwand und Zielgruppen, dazu Plattformen und Beispielrechnung

Weiterbildungsanbieter

Anbieternachweise einordnen: Qualitätssicherung und Fernlehrgangszulassung

Anbieternachweise einordnen: Qualitätssicherung und Fernlehrgangszulassung, Zuständigkeiten von ZFU, BIBB und Ländern, Prüfschema für Zertifikate und Zulassungen.

Weiterbildungsanbieter

Weiterbildungsanbieter vergleichen: So bauen Sie einen belastbaren Anbietervergleich auf

Weiterbildungsanbieter vergleichen: Kriterien wie Qualitätssicherung, Preise und Referenzen, Prüfstellen wie IHK und BIBB plus Beispielrechnung für die Entscheidung.

Weiterbildungsanbieter

Welche Lernprogramme für Unternehmen passen zu welchen Lernzielen?

Lernprogramme für Unternehmen: E-Learning, Präsenz und Blended Learning im Vergleich, mit Plattformen wie Moodle, ILIAS und SAP SuccessFactors.