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Weiterbildungsanbieter

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Welche Nachweise belegen die Fachlichkeit eines Weiterbildungsanbieters?

Nachweise für Weiterbildungsanbieter prüfen: ZFU-Zulassung, DIN EN ISO 21001, LQW, AZAV, IHK-Prüfungen und Referenzen, mit Matrix und Checkliste.

Fachlichkeitsnachweis : Eine Unterlage, die eine überprüfbare Aussage zur fachlichen oder organisatorischen Leistung eines Weiterbildungsanbieters stützt.

Lehrkraftnachweis : Angaben zu den unterrichtenden Personen, ihren Fachgebieten und ihrer pädagogischen Qualifikation.

Zertifizierung : Bestätigung, dass ein bestimmter Anbieterbereich oder ein festgelegtes Verfahren geprüft wurde.

Zulassung : Erlaubnis für einen bestimmten Träger oder Bildungsgang durch eine dafür zuständige Stelle.

Prüfungszuständigkeit : Zuordnung, wer eine Fortbildungsprüfung abnimmt und das Zeugnis ausstellt.

Referenz : Auskunft eines Kundenbetriebs über eine konkrete Zusammenarbeit und die absolvierte Weiterbildung.

Geltungsbereich : Der Teil des Angebots, auf den sich ein Zertifikat, eine Zulassung oder ein Siegel bezieht.

Fachlichkeitsnachweise nach ihrer Aussage lesen

Ein Nachweis trägt nur dann zur fachlichen Beurteilung bei, wenn seine Aussage zum jeweiligen Gegenstand passt. Unterlagen zu Lehrkräften beschreiben das Personal, Zertifikate ein geprüftes Verfahren oder einen Anbieterbereich und Zulassungen einen Bildungsgang. Ein Prüfungszeugnis wiederum verweist auf die zuständige Prüfungsstelle.

Ordnen Sie jedem Dokument ausstellende Stelle, erfassten Bereich und belegte Aussage zu. Bleibt etwas offen, ist eine Rückfrage angebracht. Fehlende Angaben sind weder ein Beweis für schlechte Qualität noch ein Beleg besonderer Fachlichkeit. Allgemeine Werbeaussagen können die fehlende Zuordnung nicht ersetzen.

Lehrkraftnachweis und Referenz getrennt bewerten

Für die Beurteilung des Unterrichts sind zunächst die Personen wichtig, die ihn tatsächlich durchführen. Erfragen Sie Namen, Fachgebiete und pädagogische Qualifikationen. Zeugnisse und Belege zur Erwachsenenbildung liefern überprüfbarere Anhaltspunkte als eine pauschale Darstellung von Kompetenzen im Prospekt.

Bitten Sie außerdem um Angaben zum geplanten Unterrichtsumfang der einzelnen Lehrkräfte sowie zu Sprechstunden und Kontaktwegen. Damit können Sie das vorgesehene Betreuungskonzept einschätzen. Die Auswahl externer Trainerinnen und Trainer nennt weitere Prüfpunkte für die konkrete Besetzung.

Eine Referenz macht Personalunterlagen nicht überflüssig und bleibt schwach, wenn sie anonym oder nicht nachprüfbar ist. Erbitten Sie den Firmennamen, eine erreichbare Kontaktperson und eine Rufnummer. Klären Sie, ob die frühere Weiterbildung Ihrem Vorhaben ähnelt, und gleichen Sie die Kursbeschreibung ab.

Zertifizierung im passenden Geltungsbereich einordnen

Bei einem Zertifikat sollten Sie zuerst feststellen, welcher Gegenstand geprüft wurde. Die Einordnung von Anbieternachweisen hilft, Aussagen zu Qualitätssicherung und Zulassung voneinander abzugrenzen.

DIN EN ISO 9001 und DIN EN ISO 21001 beziehen sich auf Qualitätsmanagement beziehungsweise Bildungsorganisationen, nicht auf das fachliche Niveau einzelner Lehrkräfte.

Zertifizierungen richtig einordnen

DIN EN ISO 9001

Prüft
Qualitätsmanagement
Vergabestelle
Zertifizierer
Belegt
Verfahren
Akkreditierung
DAkkS prüfen

DIN EN ISO 21001

Prüft
Bildungsorganisation
Vergabestelle
Zertifizierer
Belegt
Managementsystem
Akkreditierung
DAkkS prüfen

AZAV-Trägerzulassung

Prüft
geförderte Weiterbildung
Vergabestelle
fachkundige Stelle
Belegt
Fördervoraussetzung
Akkreditierung
DAkkS prüfen

Bei Verbandssiegeln zählen die zugrunde liegenden Kriterien, die vergebende Stelle und die Gültigkeitsdauer. LQW wurde von ArtSet entwickelt. Der Gütesiegelverbund Weiterbildung e.V. und Weiterbildung Hamburg e.V. vergeben Siegel an Mitglieder, die ihre jeweiligen Standards erfüllen. Der Name allein sagt nicht, welche Anforderungen geprüft wurden.

Für geförderte Weiterbildung nach SGB III ist eine AZAV-Trägerzulassung erforderlich. Eine fachkundige Stelle erteilt sie; ihre Akkreditierung kann bei der DAkkS geprüft werden. Die Informationen zur AZAV-Trägerzulassung helfen, Förderberechtigung und fachliche Leistung im Unterricht auseinanderzuhalten.

Prüfungszuständigkeit als eigenen Beleg führen

Ein Vorbereitungskurs und eine abschließende Fortbildungsprüfung können bei unterschiedlichen Stellen liegen. Halten Sie deshalb fest, wer den Kurs durchführt und wer die Prüfung abnimmt. Für die Aussagekraft des Abschlusses sind die prüfende Stelle und die Grundlage ihres Zeugnisses maßgeblich.

Bei der IHK Akademie München und Oberbayern findet der Vorbereitungskurs statt, während die IHK die Fortbildungsprüfung abnimmt. Eine Fortbildungsprüfung nach dem Berufsbildungsgesetz ist nicht mit der Kursteilnahme gleichzusetzen. Eine Teilnahmebescheinigung nennt meist Inhalte, Dauer und Anwesenheit; ein IHK-Zeugnis dokumentiert eine abgelegte Prüfung.

Eine Auszeichnung wie der IHK-Bildungspreis des DIHK ist eine Anerkennung in der Branche, ersetzt aber keine Prüfungsordnung. Fragen Sie unabhängig von Preis oder Siegel, welche Stelle die Prüfung verantwortet und welches Dokument erfolgreiche Teilnehmende erhalten.

Zulassung beim Fernlehrgang am Kurs prüfen

Bei berufsbildenden Fernlehrgängen muss eine Zulassung durch die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht vorliegen. Prüfen Sie im ZFU-Verzeichnis, ob Zulassungsnummer, Anbieter und konkreter Lehrgang übereinstimmen. Das Fernunterrichtsgesetz ist im Gesetzesportal des Bundes abrufbar.

Das BIBB wird an der fachlichen Bewertung beteiligt. Die BIBB-Prüfliste zur Anbietermatrix kann helfen, prüfbare Kriterien geordnet zu erfassen.

Aus den Begriffen eine prüfbare Dokumentenfolge bilden

Bei einem Angebot mit Fernunterricht und Fortbildungsprüfung beantworten Lehrkraftnachweis, Zertifizierung und Prüfungszuordnung verschiedene Fragen. Ordnen Sie jedes Dokument deshalb einzeln zu, statt aus einem Siegel auf die gesamte Fachlichkeit zu schließen. Eine kurze Dokumentenfolge kann offene Punkte sichtbar machen.

  1. Gleichen Sie bei einem Fernschulanbieter wie ILS in Hamburg die Zulassungsnummer des Lehrgangs mit dessen Bezeichnung im ZFU-Verzeichnis ab.
  2. Erbitten Sie Namen, Fachgebiete und pädagogische Belege der Lehrkräfte und fragen Sie nach Betreuung, Sprechstunden sowie Kontaktmöglichkeiten.
  3. Halten Sie bei einer Fortbildungsprüfung getrennt fest, wer den Kurs anbietet und welche Stelle die Prüfung abnimmt.

Fragen Sie beim Zertifizierer nach Prüfmaßstab, Akkreditierung und Gültigkeitsdauer. Rufen Sie zwei Referenzkunden an und erkundigen Sie sich nach Betreuung und Abbruchquote. Ein hoher Preis belegt für sich genommen keine Fachlichkeit. Prüfen Sie Personalunterlagen, Prüfungszuständigkeit und Referenzen daher unabhängig voneinander.

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