Weiterbildungsanbieter
Teil von Weiterbildungsanbieter vergleichen: So bauen Sie einen belastbaren Anbietervergleich auf
Welche Nachweise belegen die Fachlichkeit eines Weiterbildungsanbieters?
Nachweise für Weiterbildungsanbieter prüfen: ZFU-Zulassung, DIN EN ISO 21001, LQW, AZAV, IHK-Prüfungen und Referenzen, mit Matrix und Checkliste.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Prüfen Sie vier Dinge getrennt: Qualifikation der Lehrkräfte, Zertifizierung, Prüfungszuständigkeit und Referenzen.
- Eine Zulassung der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht ist Pflicht für berufsbildende Fernlehrgänge; das BIBB wird beteiligt.
- Ein Zertifikat nach DIN EN ISO 9001 belegt ein Verfahren, nicht das Fachniveau der Lehrkräfte.
- Fragen Sie, wer zertifiziert hat und ob diese Stelle bei der DAkkS akkreditiert ist.
- Fortbildungszeugnisse stellt die IHK oder die Handwerkskammer aus, nicht der Anbieter.
Namen statt Prospekte: Personal und Referenzen
Verlangen Sie eine Liste der eingesetzten Lehrkräfte mit Namen, Fachrichtung und pädagogischer Qualifikation. Lassen Sie sich Zeugnisse und Nachweise zur Erwachsenenbildung zeigen, nicht nur Stichworte im Prospekt. Fragen Sie zusätzlich nach Sprechstunden, Kontaktwegen und dem Umfang der Lehrtätigkeit je Dozent.
Referenzen sind schwächer als Personalnachweise. Bitten Sie um Firmennamen mit Ansprechpartnern und Rufnummern, nicht um anonyme Zitate. Prüfen Sie, ob die genannte Weiterbildung mit Ihrem Vorhaben vergleichbar ist. Eine Referenzliste ohne prüfbare Angaben bleibt ein Marketingdokument.
Zertifizierungsstellen, Siegel und Zulassungen einordnen
Zertifizierungen unterscheiden sich nach Gegenstand und Vergabestelle. DIN EN ISO 9001 prüft das Qualitätsmanagementverfahren eines Anbieters, nicht den Lernerfolg. Für Bildungsorganisationen gilt die Norm DIN EN ISO 21001, die die ältere DIN EN ISO 29990 abgelöst hat.
Bei Weiterbildungsverbänden finden Sie eigene Testierungen. Das Verfahren LQW (Lernerorientierte Qualitätstestierung in der Weiterbildung) wurde von ArtSet entwickelt. Der Gütesiegelverbund Weiterbildung e.V. und Weiterbildung Hamburg e.V. vergeben Siegel an Mitglieder, die ihre Standards erfüllen. Fragen Sie nach Kriterien, Vergabestelle und Gültigkeitsdauer.
Wer geförderte Weiterbildung nach dem SGB III anbietet, braucht eine Trägerzulassung nach AZAV. Sie kommt von einer fachkundigen Stelle. Zu den bekannten gehören CERTQUA in Bonn, DEKRA und TÜV. Prüfen Sie, ob der Zertifizierer bei der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) akkreditiert ist.
Auszeichnungen wie der IHK-Bildungspreis des DIHK belegen Anerkennung in der Branche. Eine Prüfungsordnung ersetzen sie nicht.
Zwei Anbieter, zwei Nachweisarten
Beim Fernschulanbieter ILS (Institut für Lernsysteme, Hamburg) trägt jeder Fernlehrgang eine Zulassungsnummer der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) in Köln. Diese Nummer können Sie im Verzeichnis der ZFU gegenprüfen.
Bei der IHK Akademie München und Oberbayern sind zwei Dinge zu trennen. Die Akademie führt den Vorbereitungskurs durch, die Fortbildungsprüfung nimmt die IHK ab. Grundlage sind die Fortbildungsprüfungen nach dem Berufsbildungsgesetz.
Bei berufsbildenden Fernlehrgängen beteiligt die ZFU das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) fachlich. Wie der Weiterbildungsmarkt aufgestellt ist, beschreibt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales.
Nachweis-Matrix für die Anbieterprüfung
Tragen Sie je Nachweis ein, was schriftlich vorliegt und welche Rückfrage offen bleibt. Ein leeres Feld ist eine offene Frage, kein Qualitätsurteil.
| Nachweis | Stelle | Geltungsbereich | Offene Rückfrage |
|---|---|---|---|
| Zulassung Fernlehrgang | Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht, Köln | bundesweit, gesetzlich | Nummer im ZFU-Verzeichnis abgleichen |
| Trägerzulassung nach AZAV | fachkundige Stelle, etwa CERTQUA, DEKRA, TÜV | geförderte Weiterbildung | Aktenzeichen und Geltungsdauer |
| Siegel nach LQW oder DIN EN ISO 21001 | ArtSet, Gütesiegelverbund, Zertifizierer | trägerintern | Kriterien, Vergabestelle, Gültigkeit |
| Fortbildungsprüfung, etwa Fachwirt | zuständige IHK oder Handwerkskammer | bundesweit | Rechtsgrundlage und Zeugnis |
| Referenz | Kundenbetrieb | anbieterspezifisch | Ansprechpartner, Vergleichbarkeit |
In fünf Schritten zur Nachweisprüfung
- Notieren Sie die Rechtsgrundlage: Wer nimmt die Prüfung ab, welche Stelle ist zuständig?
- Gleichen Sie bei Fernlehrgängen die Zulassungsnummer im ZFU-Verzeichnis ab.
- Fordern Sie die Qualifikationsnachweise der eingesetzten Lehrkräfte schriftlich an.
- Fragen Sie beim Zertifizierer nach Kriterien, Akkreditierung und Gültigkeit des Siegels.
- Rufen Sie zwei Referenzkunden an und fragen Sie nach Abbruchquote und Betreuung.
Häufige Fragen
Worin unterscheidet sich eine Teilnahmebescheinigung von einem IHK-Zeugnis?
Die Bescheinigung weist meist nur Inhalte, Dauer und Anwesenheit aus. Das IHK-Zeugnis dokumentiert eine Prüfung nach dem Berufsbildungsgesetz. Entscheidend ist, wer prüft.
Wie prüfe ich eine Zulassungsnummer der ZFU?
Suchen Sie die Nummer im Verzeichnis der Zentralstelle und vergleichen Sie Anbieter und Lehrgangsbezeichnung. Eine Nummer allein sagt nichts, wenn sie zu einem anderen Lehrgang gehört.
Reicht eine Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001?
Sie belegt ein dokumentiertes Qualitätsverfahren. Über Lernerfolg und Fachniveau der Lehrkräfte entscheidet sie nicht. Fordern Sie zusätzlich Personalnachweise an.
Sind teure Anbieter fachlich besser?
Der Preis belegt keine Fachlichkeit. Prüfen Sie Rechtsgrundlage, Zertifizierer und Referenzen unabhängig von der Gebühr.