
Weiterbildungsanbieter
Teil von Weiterbildungsanbieter vergleichen: So bauen Sie einen belastbaren Anbietervergleich auf
Vergleichsmatrix Schulungsanbieter: Kriterien bewerten
Vergleichsmatrix Schulungsanbieter: Kriterien auswählen, Angaben belegen und Angebote mit einer einheitlichen Punkteskala bewerten.
Das Wichtigste auf einen Blick
Vergleichsmatrix in vier Schritten
- Prüfliste als Zeilengerüst übernehmen
- Quelle und Datum als Spalten ergänzen
- Punkte und Gewichtung festlegen
- Lücken sichtbar dokumentieren
- Die Vergleichsmatrix Schulungsanbieter ordnet passende Prüffragen als Zeilen und jedes Angebot als eigene Spalte; Quelle und Datum kommen hinzu.
- Eigene Kriterien können Sie ergänzen und als Zusatz kennzeichnen.
- Bewertet wird mit Punkten und Gewichtung, damit Kosten, Abschlüsse und Leistungen vergleichbar werden.
- Fehlende Auskünfte bleiben als Lücke sichtbar und werden nicht geschätzt.
Schritt 1: Prüfkriterien für den Vergleich auswählen
Die Prüfliste des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zur Qualität beruflicher Weiterbildung gehört zu den etablierten Hilfsmitteln der Anbieterauswahl. In ihrem Anhang liegt eine Vergleichstabelle, angelegt auf die Angebote A, B und C. Ihre Fragen betreffen unter anderem Informationsmaterial, Lehrpläne, Ziele, Inhalte sowie die Dauer in Stunden, Tagen oder Monaten.
Eigene Kriterien wie Branchenerfahrung oder regionale Nähe sollten Sie als Zusatz kennzeichnen. Bei Zeilen zu Prüfungen und Abschlüssen halten Sie fest, welche Prüfung gemeint ist und wer sie durchführt. Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) regelt Fortbildungsprüfungen in § 56 und zuständige Stellen in § 71.
Schritt 2: Quelle und Datum als Spalten ergänzen
Ergänzen Sie zwei Spalten. Die Spalte Quelle nennt, woher eine Angabe stammt, etwa aus einem Angebotsschreiben, einem Preisblatt, einer Website oder einer E-Mail. Die Spalte Datum hält den Tag der Auskunft fest. Ohne Datum lässt sich später nicht beurteilen, ob ein Preis, eine Teilnehmerzahl oder ein Termin noch gilt.
Bei Kostenangaben notieren Sie, ob der Betrag netto oder brutto zu verstehen ist und für welchen Zeitraum er gilt. Mündliche Auskünfte gehören mit Datum und Ansprechpartner in die Tabelle. Widersprüchliche Angaben tragen Sie doppelt ein, statt sie zu glätten.
Quelle und Datum ergänzen
Angebot A
- Nachweis der Prüfungsordnung
- vorhanden
- Schnupperkurs
- fehlt
Angebot B
- Nachweis der Prüfungsordnung
- fehlt
- Schnupperkurs
- vorhanden
Quelle
- Nachweis der Prüfungsordnung
- A: PDF aus dem Angebot
- Schnupperkurs
- B: Website
Datum
- Nachweis der Prüfungsordnung
- 12.03.2025
- Schnupperkurs
- 18.03.2025
Schritt 3: Bewertungspunkte und Gewichtung festlegen
Legen Sie vor dem Ausfüllen eine einfache Punkteskala fest. Bewährt hat sich diese Abstufung:
Bewertungspunkte und Gewichtung
- 2 Punkte
- Angabe vollständig, nachvollziehbar und mit Beleg.
- 1 Punkt
- Angabe vorhanden, aber unvollständig oder ohne Beleg.
- 0 Punkte
- keine Auskunft.
Danach gewichten Sie die Zeilen. Pflichtkriterien wie Gesamtkosten, anerkannter Abschluss und Prüfungsmodalitäten erhalten den Faktor 2, alle übrigen den Faktor 1. Punkte mal Faktor ergeben die Zeilenpunkte, ihre Summe macht die Anbieter vergleichbar.
Schritt 4: Rechenbeispiel für drei Zeilen
Das folgende Rechenbeispiel ist erfunden und dient der Veranschaulichung, es enthält keine erhobenen Marktdaten.
Anbieter A erhält bei den Gesamtkosten 2 Punkte (Faktor 2, also 4 Zeilenpunkte), beim anerkannten Abschluss 1 Punkt (Faktor 2, also 2) und beim Schnupperkurs 0 Punkte (Faktor 1, also 0). A erreicht damit 6 von 10 möglichen Punkten. Anbieter B kommt mit 2, 2 und 1 Punkt auf 4, 4 und 1, also 9 von 10 Punkten.
Passen Sie die Skala an Ihr Haus an. Entscheidend ist, dass alle Anbieter nach denselben Regeln bewertet und die Punktvergabe nachvollziehbar begründet wird.
Schritt 5: Lücken und Aussagegrenzen dokumentieren
Eine leere Zelle ist ein Ergebnis, kein Fehler. Markieren Sie sie farblich und notieren Sie, bis wann eine Antwort nachgereicht werden soll. Weichen Angaben stark voneinander ab, halten Sie die vermutete Ursache in einer Notizspalte fest, etwa unterschiedliche Leistungspakete oder Zahlungsweisen.
Die Matrix sammelt Aussagen der Anbieter und ersetzt weder ein Beratungsgespräch noch die Prüfung von Vertrag und Prüfungsordnung. Kosten bleiben Momentaufnahmen, ein am 12.03.2025 genanntes Angebot kann später anders aussehen.
Für Kennzahlen und Förderwege gilt dasselbe wie für Anbieterangaben: Halten Sie die konkrete Fundstelle und das Datum in der Matrix fest, statt Informationen ohne Beleg zu übernehmen.
Häufige Fragen
Muss die Prüfliste vollständig ausgefüllt werden?
Nein. Die Prüfliste ist eine Orientierung, keine Pflichtübung. Zeilen, die für Ihr Weiterbildungsziel unwichtig sind, lassen Sie in der Tabelle stehen und kennzeichnen sie als bewusst übersprungen.
Wie viele Angebote sollte die Matrix enthalten?
Sie können mit zwei oder drei Angeboten starten. In der gezeigten Tabellenzeile stehen Angebot A und B; für weitere Anbieter ergänzen Sie eigene Spalten.
Was tun bei widersprüchlichen Angaben?
Beide Versionen mit Quelle und Datum nebeneinander eintragen und beim Anbieter nachfragen, welche gilt. Eine eigene Schätzung ersetzt keine Auskunft.
Ersetzt die Matrix eine Anbieterprüfung?
Nein. Sie macht Aussagen vergleichbar, prüft aber weder Vertrag noch Prüfungsordnung. Vor der Buchung gehört beides in die Akte.



