Weiterbildungsanbieter
Teil von Welche Lernprogramme für Unternehmen passen zu welchen Lernzielen?
8 Fragen zu Lernprogrammen für Unternehmen vor der Lizenzierung
Lernprogramme lizenzieren: Acht Fragen an den Anbieter zu Preisen, Support, Datenschutz und Integration, mit Checkliste für Personalentwicklung und Einkauf.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Acht Fragen, nummeriert von 1 bis 8, decken Preise, Support, Datenschutz und Integration ab.
- Fragen 1 bis 4 klären Abrechnung, Leistungsumfang, Nutzerzahl und Ausstiegskosten.
- Fragen 5 bis 8 klären Servicezeiten, Serverstandort, Schnittstellen und Lernerfolgsnachweise.
- Zum Vergleich gehören LinkedIn Learning, Udemy Business, Docebo, Cornerstone OnDemand und imc.
- Ein Testzugang zeigt die Bedienung, nicht die Arbeit der Administration.
Anbieter, die in jeden Vergleich gehören
Kursbibliotheken liefern fertige Inhalte, Lernplattformen die Technik. Deutsche Anbieter bieten häufig beides. Wer Lernprogramme lizenziert, fragt mindestens einen Vertreter jeder Gruppe an.
| Anbieter | Kategorie | Sitz | Modell |
|---|---|---|---|
| LinkedIn Learning | Videokurse für IT und Business | USA | Abo je Nutzer |
| Udemy Business | Kurse externer Dozenten | USA | Abo je Nutzer |
| Coursera for Business | Universitätskurse und Zertifikate | USA | Abo je Nutzer |
| Docebo | Lernplattform mit Inhaltsmarktplatz | Italien | Abo, Preis auf Anfrage |
| Cornerstone OnDemand | Lern- und Talentplattform | USA | Abo, Preis auf Anfrage |
| imc Learning Suite | Lernplattform | Deutschland | Abo oder Lizenz |
| time4you IBT SERVER | Lernplattform | Deutschland | Abo oder Lizenz |
Deutsche Seminaranbieter wie die Haufe Akademie oder die TÜV-Akademien ergänzen den Markt um Kurse mit Zertifikat.
Die Entscheidung betrifft mehrere Abteilungen: Personalentwicklung, Einkauf, IT und in Betrieben mit Betriebsrat die Interessenvertretung.
Wie Weiterbildung im Betrieb organisiert wird, beschreibt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales in seinen Informationen zur beruflichen Weiterbildung.
Die Fragen 1 bis 4: Preise und Lizenzmodelle
- Wie wird abgerechnet? Pro Nutzer und Monat, pro Nutzer und Jahr oder über ein Kontingent? Fragen Sie nach Mindestabnahme, Staffelpreisen und Laufzeit. Nettopreis und Umsatzsteuer gehören getrennt ins Angebot. Bei LinkedIn Learning und Udemy Business entsteht der Preis erst im individuellen Angebot.
- Welche Inhalte sind enthalten, und was kostet extra? Basispakete enthalten oft nur einen Teil der Kursbibliothek. Zusatzmodule, Prüfungen und Zertifikate stehen separat in der Rechnung. Fragen Sie nach dem Aktualisierungsrhythmus und nach deutschen Sprachfassungen.
- Was passiert, wenn weniger Beschäftigte mitmachen? Bleibt die Lizenz bestehen, wenn Mitarbeitende das Unternehmen verlassen? Gibt es Ruhemodelle oder eine Anpassung der Nutzerzahl? Klären Sie das vor der Unterschrift, sonst zahlen Sie für ungenutzte Zugänge.
- Welche Kosten entstehen beim Ausstieg? Klären Sie Datenexport, Schulung der Administration, Kündigungsfristen und den Verbleib erworbener Inhalte. Ein Wechsel wird teuer, wenn Lernstände und Nachweise nicht mitwandern.
Hinweise zur Qualifizierung von Beschäftigten gibt die Bundesagentur für Arbeit in ihrem Angebot zur Personalentwicklung.
Die Fragen 5 bis 8: Support, Datenschutz und Integration
- Welche Supportwege gibt es, und zu welchen Zeiten? Fragen Sie nach festen Ansprechpartnern, Reaktionszeiten und Updates. Bei US-Anbietern wie Docebo oder Cornerstone OnDemand gehört die Frage dazu, ob der Support über einen deutschen Partner läuft. Servicezeiten gehören schriftlich in den Vertrag.
- Wo werden die Daten verarbeitet, und auf welcher Grundlage? Lassen Sie Serverstandort, Auftragsverarbeitung, Löschfristen und Exportmöglichkeiten benennen. Für personenbezogene Daten brauchen Sie einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Artikel 28 der DSGVO. Bei US-Anbietern kommt ein Blick auf das EU-US Data Privacy Framework hinzu.
- Lässt sich das Lernprogramm in unsere Systeme einbinden? Fragen Sie nach Single Sign-on und nach Anbindungen an SAP SuccessFactors, Personio oder Workday. Formate wie SCORM oder xAPI gehören in die Leistungsbeschreibung. Ohne Schnittstellen bleibt die Pflege der Nutzerkonten Handarbeit.
- Wie werden Lernerfolge belegt? Verlangen Sie eine Vorschau auf Reports, Zertifikate und Exporte für Audits. Prüfen Sie, ob Führungskräfte den Lernstand ihrer Teams sehen und ob die Nachweise für Ihre Pflichten ausreichen.
Checkliste für die Anbieterauswahl
- Anforderungen der Fachbereiche sammeln und gewichten.
- Schriftliches Angebot mit Leistungsbeschreibung und Preisblatt anfordern.
- Testzugang mit echten Rollen prüfen, etwa Administration, Führungskraft und Lernende.
- Datenschutz, Mitbestimmung und Vertragsentwurf vor der Entscheidung klären.
- Zusagen der Anbieter mit Datum und Ansprechpartner festhalten.
Brauchbare Antworten sind konkret, schriftlich und mit Frist versehen. Allgemeine Zusagen wie individuelle Lösungen sagen nichts über Preise, Servicezeiten oder Haftung aus. Fragen Sie nach Referenzkunden aus Ihrer Branche.
Häufige Fragen
Wie viele Lizenzen sollten wir kaufen?
Richten Sie sich nach der Zahl der Beschäftigten, die das Lernprogramm tatsächlich nutzen. Ein kleiner Puffer hilft, große Kontingente verfallen. Fragen Sie nach Nachbuchung ohne neuen Vertrag.
Reicht ein Testzugang für die Entscheidung?
Ein Testzugang zeigt Bedienung und Inhalte, nicht die Arbeit der Administration. Verlangen Sie zusätzlich Referenzen und eine Testphase mit echten Rollen.
Was gehört in den Lizenzvertrag?
Leistungsumfang, Nutzerzahl, Laufzeit, Preis samt Umsatzsteuer, Servicezeiten, Datenschutz und Regeln für den Ausstieg.
Wer muss im Unternehmen zustimmen?
Fachbereiche, Personalentwicklung, Einkauf und IT. In Betrieben mit Betriebsrat kommt die Interessenvertretung hinzu, die nach Paragraf 96 des Betriebsverfassungsgesetzes bei der betrieblichen Berufsbildung mitbestimmt.
Müssen wir Lernzeiten regeln?
Sobald Lernprogramme verpflichtend sind, sollten Lernzeit, Datenschutz und Freistellung geregelt sein. Das Berufsbildungsgesetz regelt in Paragraf 81 die Freistellung für Prüfungen und Ausbildungsveranstaltungen. Informieren Sie früh, sonst sinkt die Akzeptanz.