Unternehmensschulung

Teil von Wie planen Sie betriebliche Schulungen mit Budget und Zielsetzung?

Welche Kostenposten gehören in die Planung betrieblicher Schulungen?

Kosten betrieblicher Schulungen planen: Beispielbeträge für Trainerhonorare, Raumkosten, Ausfallzeiten, Material und Prüfungsgebühren plus Förderung.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Direkte Kosten: Trainerhonorar, Raum, Material, Prüfungsgebühr.
  • Indirekte Kosten: Ausfallzeit, Reisezeit, Vertretung, Verwaltung.
  • Die Ausfallzeit übersteigt den Honorarblock meist deutlich.
  • Eine Beispielrechnung ergibt 437 Euro netto pro Teilnehmer.
  • Zuschüsse der Arbeitsagentur senken die Nettoausgabe.

Direkte Kostenposten mit Beispielbeträgen

Das Trainerhonorar ist der sichtbarste Posten. Freiberufliche Trainer rechnen tageweise ab. Für betriebliche Fachschulungen sind 800 bis 1.500 Euro netto pro Trainingstag üblich. Offene Seminare werden pro Teilnehmer abgerechnet, häufig mit 500 bis 1.200 Euro netto für zwei Tage. Die Spannen sind Beispielwerte.

Raumkosten entstehen bei externen Veranstaltungsorten. Ein Seminarraum mit Technik kostet 150 bis 400 Euro netto pro Tag. Tagungshäuser berechnen 60 bis 120 Euro pro Person und Tag inklusive Verpflegung. Für Schulungen im eigenen Haus gehört eine kalkulatorische Miete in die Rechnung.

Material und Lernmedien bleiben klein: Fachbücher kosten 40 bis 80 Euro, Lizenzen für Lernplattformen 15 bis 30 Euro pro Nutzer und Monat.

Prüfungsgebühren fallen bei zertifizierten Abschlüssen an. Die Höhe legt die zuständige Stelle in ihrer Prüfungsordnung fest. Bei Fortbildungsprüfungen sind 200 bis 400 Euro netto ein realistischer Beispielwert. Jede Wiederholung wird erneut berechnet.

Ausfallzeiten: der größte Kostenblock

Der größte Posten steht selten auf einer Rechnung. Jede Schulungsstunde fehlt im Tagesgeschäft. Rechnen Sie mit dem innerbetrieblichen Verrechnungssatz.

Beispiel: 54.000 Euro Jahresbrutto, 20 Prozent Arbeitgebernebenkosten, 220 Arbeitstage. Daraus ergeben sich 295 Euro Personalkosten pro Arbeitstag. Ein zweitägiges Seminar mit acht Teilnehmenden verursacht damit 4.720 Euro Ausfallkosten. Diese Beispielrechnung zeigt, warum die Ausfallzeit den Honorarblock übersteigt.

Hinzu kommen Reisezeit und Vertretung. Reisekosten liegen bei 0,30 Euro pro Kilometer für den Pkw. Übernachtungen kosten 120 bis 180 Euro. Verpflegungspauschalen von 28 Euro pro Tag und 14 Euro für An- und Abreisetage sind abziehbar.

Beispielrechnung: Inhouse-Training mit zwölf Teilnehmenden

Kostenposten Ansatz Betrag netto
Trainerhonorar 1.200 Euro pro Tag 1.200 Euro
Raum im eigenen Haus kalkulatorische Miete 200 Euro
Material 25 Euro pro Person 300 Euro
Ausfallzeit 295 Euro pro Person und Tag 3.540 Euro
Gesamt 12 Teilnehmende 5.240 Euro

Pro Teilnehmer ergibt das 437 Euro netto. Förderungen und Steuereffekte sind in dieser Beispielrechnung nicht enthalten.

Kostenstruktur nach Format

Die Höhe des Honorars hängt am Format. Präsenztrainings verursachen zusätzlich Reise- und Übernachtungskosten der Referenten. Live-Webinare liegen bei 400 bis 800 Euro netto pro Tag, weil Reisekosten entfallen. Individuell erstellte E-Learning-Module rechnen sich erst ab größerer Teilnehmerzahl. Blended-Learning-Konzepte sollten Präsenztage und Selbstlernzeiten getrennt ausweisen.

Interne Kosten und laufender Aufwand

Interne Kosten verschwinden leicht aus der Planung. Prüfen Sie diese Positionen:

  • Administration im Lernmanagementsystem
  • Betreuung durch Fachvorgesetzte
  • Zertifikats- und Nachweisverwaltung
  • Ersatzgestellung bei Schichtarbeit
  • Abstimmung mit dem Betriebsrat

Setzen Sie denselben Tagessatz an.

Förderung und steuerliche Behandlung

Weiterbildungskosten sind Betriebsausgaben und mindern den steuerpflichtigen Gewinn. Zusätzlich fördert die Bundesagentur für Arbeit die berufliche Weiterbildung von Beschäftigten, unter anderem mit Zuschüssen zu Lehrgangskosten. Welche Voraussetzungen gelten, steht in den Informationen zur Förderung von Weiterbildung für Unternehmen.

Die Regeln zur beruflichen Weiterbildung bündelt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Vergleichszahlen liefert die Statistik zur beruflichen Bildung des Statistischen Bundesamtes.

Häufige Fragen

Welche Kostenposten werden am häufigsten unterschätzt?

Ausfallzeiten und Vertretungen. Sie stehen in keiner Rechnung, binden aber Personal.

Wie hoch ist ein realistischer Tagessatz für Trainer?

800 bis 1.500 Euro netto pro Tag bei freiberuflichen Fachreferenten.

Fallen Prüfungsgebühren auch bei Nichtbestehen an?

Das regelt die Prüfungsordnung der zuständigen Stelle. Wiederholungen werden in der Regel erneut berechnet.

Lassen sich betriebliche Schulungen fördern?

Ja, die Bundesagentur für Arbeit fördert berufliche Weiterbildung von Beschäftigten unter bestimmten Voraussetzungen.

Was gehört in eine Vollkostenrechnung pro Teilnehmer?

Honorar, Raum, Material, Prüfungsgebühr, Ausfallzeit, Reisekosten und interner Aufwand, geteilt durch die Teilnehmerzahl.

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