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Was zahlt das Aufstiegs-BAföG in Deutschland an Förderbeträgen und Fristen?

Aufstiegs-BAföG Förderung: Welche Summen das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz für Lehrgang und Prüfung zahlt, wer den Antrag prüft und welche Fristen gelten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Förderfähig sind Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis 15.000 Euro je Fortbildung, je zur Hälfte Zuschuss und Darlehen.
  • In Vollzeit kommt ein Unterhaltsbeitrag bis 963 Euro monatlich hinzu, in Teilzeit entfällt er.
  • Nach bestandener Prüfung wird die Hälfte des Gebührendarlehens auf Antrag erlassen.
  • Der Antrag muss vor dem ersten Lehrgangstag eingehen, rückwirkend zahlt das Amt nicht.

Welche Fortbildungen gefördert werden

Rechtsgrundlage ist das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz, kurz AFBG. Den Volltext mit dem aktuell geltenden Stand der Beträge führt die Sammlung Gesetze im Internet.

Gefördert werden Meister in Handwerk und Industrie, Fachwirt, Fachkaufmann, Techniker und Betriebswirt, sofern eine Fortbildungsordnung nach dem Berufsbildungsgesetz oder eine Kammerregelung den Abschluss regelt.

Antragsberechtigt sind Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung; ohne Berufsabschluss kann eine mehrjährige Berufstätigkeit genügen. Der Anbieter braucht zusätzlich eine Zulassung nach der Anerkennungs- und Zulassungsverordnung Weiterbildung, sonst wird der Lehrgang nicht gefördert.

Förderbeträge im Überblick

FörderbestandteilBetragRechtsfolge
Lehrgangs- und Prüfungsgebührenbis 15.000 Euro je Fortbildung50 Prozent Zuschuss, 50 Prozent Darlehen
Unterhaltsbeitrag in Vollzeitbis 963 Euro monatlichZuschuss und Darlehen nach Gesetz
Kinderbetreuung150 Euro je Kind und MonatZuschuss
Erlass nach bestandener Prüfung50 Prozent des GebührendarlehensErlass auf Antrag

Förderbeträge im Überblick

  • 15.000 Euroförderfähige Lehrgangs- und Prüfungsgebühren
  • 963 Euromonatlicher Unterhaltsbeitrag Alleinstehende
  • 150 EuroKinderbetreuung je Kind und Monat
  • 50 ProzentDarlehenserlass nach bestandener Prüfung

Die Beträge sind Richtwerte aus dem geltenden Recht; maßgeblich bleibt der Stand im Volltext des AFBG. Nicht gefördert werden Fahrtkosten, Fachliteratur und Prüfungsvorbereitung außerhalb des Lehrgangs. Eine durchgefallene Prüfung ist erneut förderfähig, wenn der Antrag vor dem Antritt der Wiederholung eingeht.

Beispielrechnung: Meisterfortbildung mit 9.000 Euro Gebühren

Angenommen, die Gebühren betragen 9.000 Euro und die Fortbildung läuft zwölf Monate in Vollzeit. Die Werte sind gerundet und dienen als Beispiel.

Beispielrechnung Meisterfortbildung

  • 9.000EuroGebühren
  • 963Unterhaltsbeitrag
  • 2.250Erlass nach bestandener Prüfung
  • 2.250Restschuld aus den Gebühren

Beispielrechnung Meisterfortbildung

  • Förderfähige Kosten9.000
  • Zuschuss4.500
  • Darlehen4.500
  • Erlass nach Prüfung2.250
  • Restschuld2.250

In Teilzeit entfällt der Unterhaltsbeitrag, die Gebührenförderung bleibt gleich: bei 9.000 Euro Gebühren 4.500 Euro Zuschuss, 4.500 Euro Darlehen und nach bestandener Prüfung 2.250 Euro Restschuld. Den Lebensunterhalt deckt das eigene Einkommen.

Fristen im Antragsverfahren

  1. Antrag vor dem ersten Lehrgangstag einreichen; bewilligt wird frühestens ab dem Monat des Antragseingangs.
  2. Vor jedem weiteren Lehrgangsabschnitt neu beantragen, weil ein Bewilligungszeitraum meist zwölf Monate umfasst.
  3. Die Wiederholung einer Prüfung vor deren Antritt beantragen.
  4. Einkommensnachweise für das folgende Bewilligungsjahr fristgerecht nachreichen, sonst entfällt der Unterhaltsbeitrag.

Ein Anbieterwechsel unterbricht die Förderung, bis die Förderfähigkeit des neuen Lehrgangs geprüft ist. Wer abbricht, verliert den Erlass und muss das ausgezahlte Darlehen zurückzahlen.

Wo der Antrag gestellt wird

Zuständig ist das Amt für Ausbildungsförderung beim Kreis oder bei der kreisfreien Stadt am Wohnsitz, in Bayern die Bezirksregierung. Die Bundesagentur für Arbeit nimmt den Antrag nicht entgegen.

Das Amt prüft Einkommen, Vermögen und die Förderfähigkeit, erlässt den Bewilligungsbescheid und zahlt die Zuschüsse aus. Das Darlehen zahlt die Kreditanstalt für Wiederaufbau aus. Zum Antrag gehören der Nachweis der Berufsausbildung, die Fortbildungsordnung, der Kostenplan und die Einkommensunterlagen. Kammern beraten kostenlos, ob der geplante Abschluss förderfähig ist.

Kombination mit der Arbeitsförderung nach SGB III

Die Förderung der beruflichen Weiterbildung nach § 81 SGB III läuft über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit und übernimmt die Lehrgangskosten bei Arbeitslosigkeit, drohender Arbeitslosigkeit oder Beschäftigung ohne Berufsabschluss.

Für dieselben Lehrgangskosten lassen sich beide Wege nicht parallel nutzen. Wer während einer geförderten Weiterbildung arbeitslos ist, kann Leistungen der Arbeitsförderung erhalten, das Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung liegt bei 67 Prozent mit Kind und 60 Prozent ohne Kind.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der Zuschuss zu den Lehrgangsgebühren?

Die Hälfte der förderfähigen Gebühren, bei ausgeschöpften 15.000 Euro also 7.500 Euro. Dieser Teil wird nicht zurückgezahlt.

Wird rückwirkend gefördert?

Nein, die Förderung beginnt frühestens im Monat des Antragseingangs. Ein Antrag im zweiten Lehrgangsmonat kostet die Förderung des ersten Monats.

Wann wird das Darlehen erlassen?

Bei bestandener Prüfung auf Antrag, in Höhe der Hälfte des Darlehens für die Lehrgangsgebühren. Das Prüfungszeugnis ist vorzulegen.

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